Mehrsprachige Etiketten – eine Lösung für Hersteller, die auf mehreren Märkten verkaufen

Mehrsprachige Etiketten – eine Lösung für Hersteller, die auf mehreren Märkten verkaufen

Mehrsprachige Etiketten sind eine praktische Lösung für Unternehmen, die ihre Produkte gleichzeitig in mehrere Märkte exportieren – statt für jedes Land ein separates Etikett zu drucken, bringen wir die Informationen in mehreren Sprachen auf einem einzigen Etikett unter. Exportetiketten mit mehreren Sprachversionen vereinfachen die Logistik, reduzieren die Anzahl der Lagervarianten und senken die Druckkosten – erfordern jedoch eine sorgfältige Planung, damit das Etikett lesbar bleibt und den Vorschriften jedes Zielmarktes entspricht. Etiketten für mehrere Märkte sind ein Kompromiss zwischen Universalität und Lesbarkeit – und dieser Kompromiss muss bewusst und nicht zufällig getroffen werden.

Wann lohnt sich ein mehrsprachiges Etikett?

Mehrsprachige Etiketten sind wirtschaftlich sinnvoll, wenn ein Produkt auf zwei bis vier Märkten mit mäßigem Absatzvolumen verkauft wird – wenn die Auflage für jeden einzelnen Markt zu gering ist, um die Kosten für separate Druckplatten, Stanzformen und Produktionswerkzeuge zu rechtfertigen. Bei hohen Auflagen auf einem Markt (über 100.000 Stück) kann ein separates einsprachiges Etikett pro Stück günstiger sein als ein mehrsprachiges Etikett – da der Text kürzer, das Design einfacher und der Druck schneller ist.

Die Logistik ist ein weiteres Argument für mehrsprachige Etiketten – der Hersteller führt nur eine Produktversion statt mehrerer Ländervarianten. Eine Palette mit Waren kann ohne Umetikettierung in verschiedene Länder verteilt werden – was einen zusätzlichen Schritt in der Lieferkette und das Risiko von Fehlern (Versand eines polnischen Etiketts nach Deutschland, eines tschechischen nach Österreich) eliminiert. Für Unternehmen mit einem sich dynamisch verändernden Portfolio an Exportmärkten ist die Flexibilität eines einzigen mehrsprachigen Etiketts kaum zu überschätzen.

Zu den Branchen, in denen mehrsprachige Etiketten Standard sind, gehören: Kosmetika (die EU-Vorschriften erlauben mehrsprachige Etiketten im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum), verpackte Lebensmittel (insbesondere Produkte mit längerer Haltbarkeit, die über internationale Handelsketten vertrieben werden), Haushaltschemikalien (Reinigungsmittel, Waschmittel) und rezeptfreie Arzneimittel. In jeder dieser Branchen sind die Kennzeichnungsvorschriften detailliert und unterscheiden sich von Land zu Land – ein mehrsprachiges Etikett muss die Anforderungen aller Zielmärkte gleichzeitig erfüllen.

Gestaltung mehrsprachiger Etiketten – typografische Herausforderungen

Die größte Herausforderung bei der Gestaltung von Etiketten für verschiedene Märkte ist die begrenzte Fläche – ein Etikett, das in einer Sprache gut lesbar ist, wirkt bei vier Sprachen überladen und unleserlich. Die deutsche Sprache erzeugt längere Wörter als das Polnische (zusammengesetzte Substantive ohne Leerzeichen), das Finnische hat lange Kasusendungen, und Arabisch sowie Hebräisch erfordern eine Schreibweise von rechts nach links – was das Layout erschwert.

Die Mindestschriftgröße auf dem Etikett ist gesetzlich geregelt – die EU-Verordnung 1169/2011 für Lebensmittel schreibt eine Textgröße von mindestens 1,2 mm (für Verpackungen mit einer größten Abmessung von mehr als 80 cm²) bzw. 0,9 mm (für kleinere Verpackungen) vor. Diese Anforderungen gelten für jede Sprachversion – es reicht nicht aus, dass der polnische Text 1,2 mm groß ist, wenn der tschechische Text auf 0,8 mm verkleinert wird, um Platz für eine zusätzliche Sprache zu schaffen.

Die visuelle Hierarchie auf einem mehrsprachigen Etikett muss gut durchdacht sein – haben alle Sprachen den gleichen Stellenwert (gleiche Schriftgröße, gleiches Layout), oder dominiert die Sprache des Hauptmarktes (größer, weiter oben), während die übrigen Sprachen kleiner dargestellt werden? Die Lösung hängt von der Markenstrategie und den gesetzlichen Anforderungen ab – in einigen Märkten schreiben die Vorschriften vor, dass die Landessprache mindestens genauso gut lesbar sein muss wie jede andere Sprache auf dem Etikett.

Die Schriftarten auf einem mehrsprachigen Etikett müssen die diakritischen Zeichen aller Zielsprachen unterstützen – das polnische ą, ę, ó, ś, ź, ż, das tschechische ř, ů, ě, das deutsche ü, ö, ä, ß sowie das rumänische ș, ț, ă. Nicht jede Schriftart verfügt über einen vollständigen Zeichensatz – das Fehlen eines einzigen diakritischen Zeichens führt zu leeren Quadraten oder Ersatzzeichen, die wie ein Druckfehler aussehen. Vor der Freigabe des Entwurfs überprüfen wir die Darstellung des Textes in allen Zielsprachen – dieser Schritt wird oft übersehen und erst beim Farbproof entdeckt.

Eine Kodierung durch Farben oder grafische Symbole erleichtert die Orientierung auf einem mehrsprachigen Etikett – Landesflaggen neben jedem Textblock, farbige Trennstreifen zwischen den Sprachen oder Sprachkürzel (PL, DE, CZ, SK) am Anfang jedes Blocks helfen dem Verbraucher, seine Sprachversion schnell zu finden. Diese Elemente nehmen zusätzlichen Platz auf dem Etikett ein – verbessern jedoch die Benutzerfreundlichkeit so sehr, dass es sich lohnt, ihnen diesen Platz zu widmen.

Gesetzliche Vorschriften – Was muss auf dem Etikett stehen und in welcher Sprache?

Exportetiketten müssen die Anforderungen jedes Zielmarktes erfüllen – und diese Anforderungen unterscheiden sich von Land zu Land, sogar innerhalb der Europäischen Union. Die Verordnung 1169/2011 schreibt vor, dass die vorgeschriebenen Angaben zu Lebensmitteln (Bezeichnung, Zutaten, Allergene, Nährwertangaben, Mindesthaltbarkeitsdatum, Lagerbedingungen) in der Amtssprache des Verkaufslandes angegeben werden müssen – verbietet jedoch nicht die Hinzufügung weiterer Sprachen. Die Länder können zusätzliche lokale Anforderungen haben – Belgien verlangt drei Sprachen (Französisch, Niederländisch, Deutsch), die Schweiz vier (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch).

Für Kosmetika schreibt die Verordnung 1223/2009 eine Kennzeichnung in der Sprache des Mitgliedstaats vor, in dem das Produkt dem Verbraucher angeboten wird – die Liste der Inhaltsstoffe (INCI) ist jedoch standardmäßig in Latein und Englisch verfasst und muss nicht übersetzt werden. Warnhinweise und Gebrauchsanweisungen müssen in der Landessprache verfasst sein – dies sind die Elemente, die auf einem mehrsprachigen Etikett den meisten Platz einnehmen.

Für Haushaltschemikalien schreibt die CLP-Verordnung (1272/2008) Gefahrenpiktogramme, Signalwörter und Sicherheitshinweise in der Amtssprache vor – die Piktogramme sind universell, aber der Text muss übersetzt werden. Etiketten für viele Märkte mit Haushaltschemikalien sind oft am dichtesten bedruckt – denn die CLP-Informationsanforderungen sind umfangreich, und jede Sprache fügt einen weiteren Textblock hinzu.
Fehler in der Übersetzung auf mehrsprachigen Etiketten stellen nicht nur ein Image-Risiko, sondern auch ein rechtliches Risiko dar – ein falsch übersetztes Allergen, eine fehlende Warnung oder eine falsche Produktbezeichnung können zur Rücknahme der Ware vom Markt und zu Geldstrafen führen. Die Übersetzung von Etiketten sollte von Fachübersetzern (und nicht von automatischen Übersetzungsprogrammen) angefertigt und von Personen überprüft werden, die mit den lokalen Vorschriften vertraut sind – die Kosten für eine professionelle Übersetzung eines Etiketts belaufen sich auf einige hundert Zloty pro Sprache, während die Kosten für einen Rückruf des Produkts aus den Regalen bei Zehn- bis Hunderttausenden liegen.

Wie lassen sich alle Informationen auf dem Etikett unterbringen?

Das Booklet-Etikett ist eine Lösung, die die verfügbare Fläche vervielfacht – ein mehrschichtiges Etikett mit einer abziehbaren Schicht, unter der sich zusätzlicher Text verbirgt. Die erste Schicht enthält Informationen in der Hauptsprache und grafische Elemente, die inneren Schichten enthalten Übersetzungen in weitere Sprachen. Mit einem Booklet-Etikett lassen sich sechs bis acht Sprachen auf einem Etikett in Standardgröße unterbringen – allerdings auf Kosten höherer Produktionskosten und der Notwendigkeit, dass der Verbraucher die Schicht physisch abziehen muss.

Das „Peel-off-Label“ (Abzieh-Etikett) ist eine einfachere Variante – ein zweischichtiges Etikett, dessen obere Schicht sich wie eine Klappe anheben lässt und so den zusätzlichen Text auf der darunterliegenden Schicht freigibt. Es nimmt weniger Platz ein als das Booklet und ist kostengünstiger in der Herstellung – bietet jedoch nur Platz für zwei bis drei zusätzliche Sprachen.

Ein QR-Code mit einem Link zu einer Seite mit Informationen in mehreren Sprachen ist eine moderne Lösung – ersetzt jedoch nicht die vorgeschriebenen Angaben auf dem Etikett. Die Vorschriften verlangen, dass wichtige Informationen ohne zusätzliche Hilfsmittel direkt auf der Verpackung lesbar sind – ein QR-Code ist eine Ergänzung, kein Ersatz für den Text auf dem Etikett. Für nicht vorgeschriebene Informationen (Rezepte, Anwendungstipps, Markengeschichte) ist ein QR-Code eine elegante Lösung, die Platz auf dem physischen Etikett spart.

Mehrsprachige Etiketten sind eine Lösung, die Kompromisse erfordert – doch bei richtiger Planung müssen diese Kompromisse weder auf Lesbarkeit noch auf Ästhetik verzichten. Ein Hersteller, der auf mehreren Märkten verkauft, sollte ein mehrsprachiges Etikett als strategisches Projekt betrachten – und nicht als Übersetzung eines einsprachigen Etiketts in mehrere Sprachen. Die Zusammenarbeit mit einer Druckerei, die Erfahrung in der Herstellung von Exportetiketten hat, spart Zeit und Geld – denn die Druckerei kennt die typischen Fallstricke, die technischen Standards der einzelnen Märkte und die optimalen gestalterischen Lösungen, mit denen sich ein Maximum an Informationen auf einer minimalen Fläche unterbringen lässt.

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