Spule und Spezifikation der Etikettenrolle für den automatischen Einsatz

Spule und Spezifikation der Etikettenrolle für den automatischen Einsatz

Die Aufwicklung der Etiketten und die korrekte Spezifikation der Rolle entscheiden darüber, ob ein Etikett überhaupt für die maschinelle Anbringung geeignet ist. Der Druck mag zwar einwandfrei aussehen, doch die Charge wird die Anlage trotzdem zum Stillstand bringen, weil das Etikett vom Applikationskopf auf die falsche Seite abrollt oder der Sensor die Abstände zwischen den einzelnen Etiketten nicht erkennt. Unsere Erfahrung im Umgang mit Kunden aus der Abfüll- und Verpackungsbranche zeigt, dass die meisten Meldungen vom Typ „Das Etikett läuft nicht in der Maschine“ nicht auf einen Druckfehler zurückzuführen sind, sondern auf eine falsch beschriebene Rolle. Im Folgenden erklären wir, wie man die Wicklung und die Abmessungen der Rolle definiert, damit die Bestellung auf Anhieb in den Applikator passt.

Was ist die Abrollrichtung von Etiketten und warum ist sie für die Anwendung entscheidend?

Die Abrollrichtung beschreibt die Art und Weise, wie das Etikett in Bezug auf die Druckausrichtung von der Rolle abrollt. In der Praxis wird sie durch zwei unabhängige Parameter beschrieben. Der erste ist die Vorderkante, also der Teil der Grafik, der die Rolle als Erstes verlässt: die Ober-, Unter-, linke oder rechte Seite des Etiketts. Der zweite ist die Aufwickelseite – außen oder innen –, je nachdem, ob die Etiketten mit der bedruckten Seite nach außen oder nach innen auf die Rolle gewickelt werden.

Die Kombination dieser beiden Parameter ergibt acht Standard-Aufwickelvarianten, die üblicherweise mit den Zahlen 1 bis 8 gekennzeichnet werden. Das ist keine Nebensächlichkeit. Die meisten Etikettiermaschinen und Applikatoren arbeiten nur mit einer bestimmten Variante für den jeweiligen Verpackungstyp und den jeweiligen Druckkopf. Wenn der Applikator das Etikett an der Unterkante abzieht und die Rolle an der Oberkante aufgewickelt ist, bringt die Maschine das Motiv entweder verkehrt herum an oder greift das Etikett gar nicht vom Trägermaterial auf.

Bei der manuellen Anbringung spielt die Wickelrichtung eine untergeordnete Rolle, da der Bediener das Etikett selbst ausrichtet. Die gesamte Vorsicht gilt daher selbstklebenden Etiketten, die für eine automatische Anlage bestimmt sind, bei der die Abziehgeometrie durch die Maschinenkonstruktion fest vorgegeben ist. Deshalb betrifft die erste Frage, die wir bei der Preisberechnung pro Rolle stellen, das Modell des Applikators oder die fertige Wickelzeichnung des Herstellers.

Rollenparameter: Hülse, Außendurchmesser und Anzahl der Etiketten

Die Laufrichtung allein macht nur die Hälfte der Spezifikation aus. Die andere Hälfte bilden die physikalischen Abmessungen der Rolle, die in den Einzug der Maschine passen und auf den Abwickelkern abgestimmt sein müssen. Am wichtigsten ist hier der Durchmesser der Hülse, also des Pappkerns in der Mitte der Rolle. In automatisierten Anwendungen sind meist vier Standards anzutreffen: 25, 40, 50 und 76 mm. Industrielle Etikettiermaschinen erfordern in der Regel eine Hülse mit 76 mm Durchmesser, während Tisch-Thermotransferdrucker mit einem Kern von 25 oder 40 mm arbeiten.

Die zweite Abmessung ist der maximale Außendurchmesser der Rolle. Jeder Applikator hat eine physikalische Grenze, ab der die Rolle nicht mehr in die Abwickelkammer passt. Wird diese Grenze überschritten, erhält der Kunde zwar formal korrekte Etiketten, diese lassen sich jedoch ohne Umspulen nicht auf die Maschine aufbringen. Bevor wir die Aufwicklung festlegen, benötigen wir daher zwei Angaben: den zulässigen Hülsendurchmesser und den maximalen Außendurchmesser.

Bei der Bestellung von Etiketten auf Rolle empfiehlt es sich, im Voraus eine Reihe von Parametern zu vereinbaren, die zusammen die Rolle eindeutig beschreiben:

  • Durchmesser der Hülse in Millimetern (25, 40, 50 oder 76 mm), angepasst an den Abrollstift.
  • Maximaler Außendurchmesser der Rolle, der aufgrund des Maschinenraums nicht überschritten werden darf.
  • Anzahl der Etiketten pro Rolle, vorzugsweise auf volle Hunderter oder Tausender gerundet, was die Bestandsaufnahme vereinfacht.
  • Wickelrichtung in Form einer Varianten-Nummer oder einer Zeichnung des Applikatorherstellers.

Nach Festlegung dieser Werte berechnet die Produktion, wie viele Stück bei der gegebenen Material- und Trägerdicke realistisch Platz finden. Ein dünnerer Träger ermöglicht es, mehr Etiketten bei gleichem Durchmesser aufzuwickeln, was bei langen Serien von Bedeutung ist, bei denen es auf eine möglichst geringe Anzahl von Rollenwechseln an der Linie ankommt.

Wie liest die Etikettiermaschine das Etikettenband: Abstände und Markierungen?

Der Applikator „sieht“ die Grafik nicht. Die Maschine erkennt anhand eines Sensorsignals, wo ein Etikett endet und das nächste beginnt. Daher ist der dritte Grundpfeiler der Spezifikation – unabhängig von Rolle und Durchmesser – die Art und Weise, wie Etiketten auf der Bahn erkannt werden.

Der gängigste Mechanismus ist ein Spaltsensor, der den Unterschied in der Lichtdurchlässigkeit zwischen dem Etikett und dem freiliegenden Trägermaterial in der Lücke misst. Diese Lücke, die als Abstand oder „Gap“ bezeichnet wird, muss eine wiederholbare, festgelegte Breite haben, in der Regel zwischen 2 und 3 mm. Ein zu kleiner Abstand führt dazu, dass der Sensor bei hoher Liniengeschwindigkeit die Etiketten nicht rechtzeitig unterscheiden kann, während ein zu großer Abstand Material verschwendet und den Takt verlängert.

Ist das Material undurchsichtig, beispielsweise eine dicke metallisierte Folie oder ein Etikett mit durchgehend schwarzem Hintergrund, versagt der Spaltsensor. In diesem Fall wird eine reflektierende Markierung verwendet, d. h. ein schwarzer Streifen, der auf der Rückseite aufgedruckt ist und vom optischen Sensor erkannt wird. Dieses Detail muss bereits bei der Vorbereitung der Datei geplant werden, da die Markierung Platz beansprucht und eine bestimmte Länge sowie Position haben muss. Diese Frage klären wir gemeinsam mit dem Grafikdesigner, damit sich die Erkennung und die Grafik nicht gegenseitig behindern.

Ein separates Thema ist die Position des Sensors quer zur Bahn. Bei Etiketten mit unregelmäßiger Form, beispielsweise ovalen Etiketten mit einer ausgeschnittenen Ecke, verläuft der Abstand zwischen den einzelnen Etiketten nicht immer über die gesamte Breite hinweg in einer geraden Linie. Der Sensor muss dann an einer Stelle im Bahnverlauf positioniert werden, an der der Kontrast zwischen Etikett und Trägermaterial optimal ist, und wir planen die Anordnung der Etiketten auf der Bahn entsprechend. Wird dies nicht beachtet, kommt es dazu, dass die Maschine bei Kurven in der Grafik den Takt verliert, obwohl der Abstand formal eingehalten wird.

Was ist vor der Bestellung von Etiketten für den Applikator zu klären?

Die Bestellung verläuft am schnellsten, wenn der Kunde, anstatt die Rolle in Worten zu beschreiben, das Datenblatt des Applikators oder eine Zeichnung der Rolle vom Hersteller übermittelt. Eine solche Zeichnung enthält alle Daten an einem Ort: die Varianten-Nummer, die zulässige Hülse, den maximalen Durchmesser und die erforderliche Abstandsbreite. Fehlt diese, ermitteln wir diese Parameter anhand von Fotos der Maschine und einer Proberolle, was den Produktionsstart verzögert.

Es lohnt sich auch, die weitere Verwendung im Voraus zu planen. Wenn das Etikett auf ein Produkt aufgebracht wird, das gerade die Abfüllanlage verlässt, kommt es auf die Aufbringgeschwindigkeit und das Verhalten der Vorderkante an. Handelt es sich um ein Logistiketikett, das während des Transports gescannt wird, ist die Ausrichtung des Codes relativ zur Abzugsrichtung entscheidend, damit der Barcode-Scanner ihn lesen kann, ohne das Paket drehen zu müssen. Diese beiden Szenarien führen bei identischer Grafik zu unterschiedlichen Wickelvarianten.

Ein Aspekt, der in den Ratgebern der Konkurrenz oft übersehen wird, ist der Einfluss der Wicklungsrichtung auf die Haltbarkeit des Drucks selbst beim Transport der Rolle. Bei einer Wicklung mit dem Druck nach innen kommen die Druckfarbe und eventuelle Veredelungen mit der Rückseite des Trägermaterials in Kontakt, was bei intensiven Lacken oder frischem Digitaldruck zu Abdrücken führen kann. Bei längerer Lagerung empfehlen wir daher eine Wicklung mit dem Druck nach außen oder einen zusätzlichen Schutzlack, der individuell auf den jeweiligen Auftrag abgestimmt wird.

Die häufigsten Fehler bei der Spezifikation der Wickelrichtung und ihre Folgen

Aus der Analyse der Reklamationen bei den Kunden im Jahr 2025 lassen sich einige wiederkehrende Fehler ableiten, die sich bereits bei der Bestellung leicht vermeiden lassen. Der kostspieligste Fehler ist die Festlegung der Wickelrichtung „nach Augenmaß“ ohne Angabe der Variantenummer. Das Etikett sieht auf dem Schreibtisch gut aus, doch der Applikator zieht es an der falschen Kante ab, sodass die Grafik um 180 Grad gedreht ist. Ein weiterer häufiger Fall ist eine korrekte Wicklungsrichtung bei falschem Hülsendurchmesser, wodurch die Rolle gar nicht auf den Dorn passt.

Der dritte Fehler betrifft den Abstand zwischen den Etiketten, der auf den Druck und nicht auf den Sensor der Maschine abgestimmt ist. Bei einer schnellen Produktionslinie führt ein zu geringer Abstand dazu, dass der Applikator den Takt verliert und entweder zwei Etiketten gleichzeitig aufbringt oder ein Etikett überspringt. Diese Probleme sind bei einem statischen Test nicht erkennbar, sondern treten erst bei der Zielproduktionsgeschwindigkeit zutage. Daher lohnt es sich, die Rolle vor dem Start einer Großauflage auf einem realen Applikator zu testen.

Der vierte Fehler ist weniger offensichtlich und betrifft eine zu feste Aufwicklung bei dünnem Trägermaterial. Eine Rolle, die unter übermäßiger Spannung steht, kann nach einigen Wochen Lagerung die Hülse verformen oder die äußeren Lagen miteinander verkleben, woraufhin der Abwickler die Bahn ruckartig abrollt und sie in den Kurven reißt. Die Wickelspannung wird daher entsprechend der Materialstärke und der geplanten Lagerdauer der Rolle gewählt und nicht nur nach der Ästhetik der fertigen Rolle.

Eine gute Rollenspezifikation besteht im Grunde aus drei aufeinander abgestimmten Informationsschichten: der Wickelrichtung, die durch eine Varianten-Nummer beschrieben wird, den an die Maschine angepassten physikalischen Abmessungen sowie den mit dem Sensor kompatiblen Erkennungsparametern. Sobald wir das Modell des Applikators kennen, legen wir diese gemeinsam fest und halten sie im Auftragsblatt fest, damit nachfolgende Nachdrucke reproduzierbar sind. Wenn Sie die Einführung von Selbstklebeetiketten auf einer neuen Produktionslinie planen, senden Sie uns bitte die Maschinendaten über das Anfrageformular zu; wir bestätigen dann die Auswahl der Rolle noch vor dem Druck.

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