Wie bewahrt man selbstklebende Etiketten auf, damit sie ihre Klebekraft nicht verlieren?
Selbstklebende Etiketten müssen unter Bedingungen gelagert werden, die den Klebstoff und den Aufdruck schützen, denn meist entscheidet nicht die Produktion selbst, sondern die Lagerung darüber, ob das Etikett auch nach Monaten noch auf der Verpackung haftet. Ein gut gedrucktes und richtig ausgewähltes Etikett kann seine Klebekraft verlieren oder sich wellen, nur weil die Rollen neben einer Heizung oder in einer feuchten Halle gelagert wurden. Unsere Erfahrung zeigt, dass ein Teil der Reklamationen wegen Ablösen nicht auf einen Materialfehler zurückzuführen ist, sondern auf die Art der Lagerung beim Empfänger. Im Folgenden erläutern wir, welche Bedingungen einzuhalten sind und welche Fehler zu vermeiden sind, damit die Etiketten bis zum Anbringen in einwandfreiem Zustand bleiben.
Warum sind die Lagerbedingungen entscheidend für die Haftfähigkeit von Etiketten?
Ein Selbstklebeetikett besteht aus drei Schichten: dem bedruckten Obermaterial, der Klebeschicht und der Schutzfolie. Der Klebstoff ist im Ruhezustand wesentlich temperaturempfindlicher und feuchtigkeitsempfindlicher als der fertige Druck. Eine Veränderung dieser beiden Faktoren beeinträchtigt zwar nicht die Grafik, verändert jedoch die Eigenschaften des Klebstoffs selbst, der für den Halt auf dem Produkt verantwortlich ist.
Am häufigsten werden zwei Klebstofftypen verwendet. Acrylkleber auf Wasserbasis ist unter vielfältigen Bedingungen stabil, verträgt jedoch eine lange Lagerung bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit nur schlecht. Kautschukkleber, auch Hotmelt genannt, bietet eine hohe Anfangshaftung, verliert jedoch bei Überhitzung schneller seine Eigenschaften, da er weich wird und zwischen den Schichten herausquillt. Die Lagerbedingungen müssen daher auf den jeweiligen Klebstoff abgestimmt werden, der auf der jeweiligen Charge selbstklebender Etiketten verwendet wird.
Auch das Oberflächenmaterial reagiert auf die Umgebung, wenn auch anders als der Klebstoff. Papier nimmt Feuchtigkeit auf und quillt auf, wodurch sich das Etikett wellt und seine Abmessungen verändert, während Polypropylenfolie in dieser Hinsicht stabiler, dafür aber temperaturempfindlicher ist. Dieselben Lagerbedingungen wirken sich also auf Papieretiketten anders aus als auf Folienetiketten, und bei der Auswahl des Materials für eine lange Lagerung berücksichtigen wir dies zusammen mit der Art des Klebstoffs.
Temperatur und Luftfeuchtigkeit: Welche Bedingungen sollten für den Klebstoff eingehalten werden?
Für die meisten selbstklebenden Materialien liegt der sichere Bereich bei Raumtemperatur, also etwa zwischen 15 und 25 Grad Celsius, bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent. Dies ist kein rein theoretischer Wert. Viele Klebstoffe haben eine bestimmte Mindestanwendungstemperatur von etwa 4 Grad, unterhalb derer der Klebstoff nicht richtig aktiviert wird, und ein Etikett, das lange Zeit kühl gelagert wurde, verliert bereits vor dem Aufkleben einen Teil seiner Klebkraft.
Das andere Extrem ist die Überhitzung. Rollen, die im Sommer neben einer Heizung, unter dem Dach einer Halle oder in einem sonnenexponierten Fenster gelagert werden, erreichen Temperaturen, bei denen der Schmelzkleber über den Rand des Etiketts hinausfließt. Die Folge sind verklebte benachbarte Lagen auf der Rolle, klebrige Ränder und eine Druckgrafik, die sich nicht sauber abrollen lässt. Übermäßige Feuchtigkeit wiederum weicht das Papierobermaterial und den Träger auf, wodurch das Etikett wellig wird und die Abmessungen nicht mehr zum Applikator passen.
Um stabile Bedingungen zu gewährleisten, sollten im Lager mehrere Faktoren gleichzeitig kontrolliert werden:
- Eine Temperatur zwischen 15 und 25 Grad, fern von Heizkörpern, Heizstrahlern und von der Sonne erwärmten Außenwänden.
- Eine relative Luftfeuchtigkeit von 40–60 Prozent, am besten gemessen mit einem einfachen Hygrometer, das am Regal aufgehängt ist.
- Keine direkte Sonneneinstrahlung, da diese die Oberflächentemperatur der Rollen erhöht und das Ausbleichen des Drucks beschleunigt.
- Eine saubere, gut belüftete Umgebung ohne intensive Gerüche, die in das Material eindringen können.
Diese vier Bedingungen lassen sich am einfachsten in einem abgetrennten, schattigen Bereich der Halle erfüllen, fernab von Toren und Umschlagbereichen, wo die Temperatur bei jedem Öffnen der Tore stark schwankt. Stabilität ist oft wichtiger als der Wert selbst, denn es sind die starken Schwankungen und nicht die konstant gehaltene Temperatur, die den Klebstoff am stärksten belasten.
Ein guter Anhaltspunkt ist der Ort, an dem die Etiketten später angebracht werden. Wenn die Produktionslinie bei Raumtemperatur arbeitet, sollte das Etikettenlager unter ähnlichen Bedingungen gehalten werden, damit sich das Material nicht unmittelbar vor der Verwendung abrupt an die Temperatur anpassen muss. Je geringer der Temperaturunterschied zwischen Lager- und Anbringungsbereich ist, desto geringer ist das Risiko, dass sich die Rolle anders verhält, als es den Spezifikationen entspricht.
Wie lagert man Rollen und Bögen, damit sie sich nicht verformen?
Die Art und Weise, wie die Etiketten gelagert werden, ist ebenso wichtig wie die Temperatur selbst. Selbstklebende Materialien sollten bis zum Gebrauch in der Originalverpackung bleiben, da Karton und Folie sie vor Staub, Licht und Feuchtigkeitsschwankungen schützen. Das Entfernen der Schutzfolien „auf Vorrat“ beschleunigt nur die Zersetzung der äußeren Schichten.
Rollen sollten am besten senkrecht gelagert werden, auf einer flachen Kante abgestützt oder an Regalstangen aufgehängt, damit sie nicht durch ihr eigenes Gewicht belastet werden. Das horizontale Stapeln schwerer Rollen führt dazu, dass sich die Rolle abflacht und die Papphülse verformt wird. Die ovale Hülse lässt sich dann nicht mehr gerade auf die Abrollspindel aufsetzen, und die Bahn schlägt beim Auftragen seitlich aus. Flach geschnittene Bögen und Etiketten lagern wir hingegen horizontal und ohne sie zu knicken, damit keine bleibenden Knicke im Material entstehen.
Es lohnt sich auch, darauf zu achten, dass die Ware vom Boden ferngehalten wird. Eine Palette oder die unterste Regalebene sollte die Rollen vom Boden trennen, der oft kalt und feucht ist, insbesondere in Hallen mit Betonboden. Der direkte Kontakt des Kartons mit einem solchen Boden ist der einfachste Weg zur Durchfeuchtung der unteren Etikettenschicht.
Wenn die Rollen in Stretchfolie von der Lieferpalette eingewickelt auf ihre Verarbeitung warten, empfiehlt es sich, diese Folie nach der Warenannahme zu entfernen. Die luftdichte Transportfolie hält Feuchtigkeit im Inneren zurück und begünstigt bei Temperaturschwankungen die Kondensation von Wasserdampf auf der Oberfläche der Rollen. Der werkseitige Karton darunter reicht zum Schutz vor Staub aus und lässt das Material gleichzeitig atmen. Beim Stapeln achten wir außerdem auf eine angemessene Anzahl von Lagen, denn selbst vertikal aufgestellte Rollen in einer zu hohen Stapelhöhe üben Druck auf die unteren Rollen aus und verformen diese mit der Zeit.
Haltbarkeit von Etiketten: Wie lange sind sie lagerfähig?
Selbstklebende Etiketten haben eine tatsächliche Haltbarkeitsdauer, auch wenn diese selten direkt auf der Verpackung angegeben ist. In der Regel garantieren die Hersteller der Rohstoffe die volle Leistungsfähigkeit für etwa 12 Monate ab Herstellungsdatum, sofern die empfohlenen Lagerbedingungen eingehalten werden. Spezielle Materialien, zum Beispiel bestimmte Folien mit Acrylkleber, können ihre Eigenschaften sogar bis zu zwei Jahre lang beibehalten, in Ausnahmefällen auch länger, doch es ist riskant, dies als Regel anzusehen.
Aus der Auswertung von Rücksendungen im Jahr 2025 geht hervor, dass Probleme in der Regel nicht erst nach Überschreiten des Verfallsdatums auftreten, sondern wenn das Alter des Materials mit ungeeigneten Lagerbedingungen zusammenfällt. Eine einjährige Rolle, die in einem idealen Lager aufbewahrt wird, funktioniert einwandfrei, während dieselbe Charge in einer feuchten Halle bereits nach wenigen Monaten an Haftkraft verliert. Anstatt also ausschließlich auf das Datum zu achten, lohnt es sich, eine einfache Lagerrotation einzuführen, bei der ältere Chargen vor den neueren in die Produktion gelangen.
Dabei hilft eine übersichtliche Kennzeichnung der Wareneingänge mit Lieferdatum und Chargennummer. Wenn das Etikett auf dem Sammelkarton diese Angaben enthält, weiß der Lagerist sofort, welche Rolle zuerst verbraucht werden muss. Diese Lösung besprechen wir auch im Zusammenhang mit Etiketten für Drucker, bei denen die Frische des Thermopapiers zusätzliche Bedeutung für die Lesbarkeit des Ausdrucks hat, da altes Thermopapier nachdunkelt und den Kontrast des Codes verringert.
Transport und Akklimatisierung der Etiketten vor dem Aufbringen
Ein Aspekt, der in den Ratgebern der Konkurrenz so gut wie nie erwähnt wird, ist die Akklimatisierung der Rollen nach dem Transport. Etiketten, die im Winter in einem unbeheizten Sattelauflieger transportiert werden, können eine Temperatur nahe dem Gefrierpunkt aufweisen, und nach dem Einbringen in eine warme Halle kondensiert Feuchtigkeit aus der Luft auf ihrer Oberfläche. Das Aufkleben einer solchen kalten, feuchten Rolle führt zu einer schlechten Haftung, da sich zwischen dem Klebstoff und dem Produkt eine dünne Kondensatschicht bildet.
Die Lösung ist einfach und kostet nichts. Es empfiehlt sich, die Rollen vor der Verwendung für etwa zwölf bis vierundzwanzig Stunden im Zielraum liegen zu lassen – weiterhin in der verschlossenen Verpackung –, damit sie sich langsam an die Raumtemperatur anpassen können, ohne dass sich Wasserdampf auf der Oberfläche niederschlägt. Das gleiche Prinzip gilt für Materialien, die aus einem Kühlhaus in den Anwendungsbereich bei Raumtemperatur transportiert werden, nur dass die Temperaturdifferenz in die entgegengesetzte Richtung verläuft.
Die richtige Lagerung von Etiketten bedeutet in der Praxis, drei Dinge gleichzeitig zu kontrollieren: eine stabile Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die korrekte Lagerung der Rollen sowie einen angemessenen Umschlag in Verbindung mit der Akklimatisierung nach dem Transport. Wenn Sie eine größere Bestellung planen und ein Material mit Lagerbedingungen auswählen möchten, die Ihren Anforderungen entsprechen, beschreiben Sie diese bitte in Ihrer Anfrage. Wir beraten Sie dann hinsichtlich des Klebstoffs und der Etikettenstruktur, die für Ihre Lagerbedingungen am besten geeignet sind.
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